Großbrand in Nußdorf-Wang - Tenne wird ein Raub der Flammen

Mindestens 800.000 Euro Sachschaden - keine Verletzten - 160 Helfer im Einsatz
Einsatz am 1. Februar 2011


Nußdorf. Bei einem Großbrand am Dienstagmorgen auf einem landwirtschaftlichen Anwesen im Ortsteil Wang brannte die Tenne vollständig ab und stürzte in sich zusammen. Aus den darunterliegenden Stallungen konnten 50 Kühe und rund 20 Schafe gerettet werden. Eine Kuh musste jedoch getötet und einige Stiere mussten umgehend ins Schlachthaus gebracht. Menschen wurden nicht verletzt. Den Feuerwehren gelang es das Wohnhaus erfolgreich vor dem Flammen abzuschirmen. Es blieb weitestgehend unbeschadet. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf rund 800.000 Euro. Die Ursache des Großbrandes ist noch unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

 

Um 6.52 Uhr heulten die Sirenen für die Feuerwehr Nußdorf und die umliegenden Wehren, nachdem der Hofbesitzer sowie zahlreiche Autofahrer, die auf der Kreisstraße am Bauernhof vorbeifuhren, das Feuer bemerkt und über Notruf der Integrierten Leitstelle gemeldet hatten. Von mehr als einem Kilometer Entfernung waren das Feuer und meterhohe Flammen, die aus der Tenne loderten, zu sehen. Bei Eintreffen der ersten Löschmannschaften stand das rund 40 Meter lange Wirtschaftsgebäude des Bauernhofes im Vollbrand. Die angerückten Feuerwehren aus Nußdorf, Traunstein, Traunreut, Wolkersdorf, Erlstätt, Matzing und Haslach konzentrierten sich darauf, das angebaute Wohnhaus vor einem Übergreifen des gewaltigen Feuers zu schützen. Durch zahlreiche Atemschutzträger, die im Innenangriff vorgingen, gelang es die Wohnräume an der Brandmauer vor dem Übergreifen des Feuers abzuschirmen. Währenddessen wurde das gesamte Vieh aus den Stallungen gebracht, die durch eine Betondecke vor dem darüberliegenden Brandherd relativ gut geschützt war. Zugleich wurden Belüftungsgeräte in Stellung gebracht, um den Brandrauch aus dem Gebäude zu blasen. Eine Kuh rutschte auf dem Glatteis aus und verletzte sich schwer. Sie musste eingeschläfert werden.      

 

An der Wiederkehr wurden beidseitig die Drehleitern der Feuerwehren Traunstein und Traunreut in Stellung gebracht, um durch das Löschen aus der Höhe ein Ausweiten des Brandes auf das Wohnhaus zu verhindern. Die lichterloh brennende Tenne konnten die Floriansjünger nicht retten und die Löschmannschaften sorgten deshalb dafür, dass weitere umliegende Gebäude abgeschirmt wurden und schadlos blieben.  

 

Das Löschwasser wurde aus den Hydranten entnommen. Als sehr wertvoll erwies sich eine Zisterne in der Ortsmitte, auf dem Gelände der betroffenen Familie. Sie bot ein ausreichend großes Wasserreservoir.


Um 9 Uhr, rund zwei Stunden nach Ausbruch des Feuers, war der Brand weitgehend unter Kontrolle. Von der Tenne blieb nur ein hölzernes, verkohltes Holzgerippe übrig. Erntevorräte und landwirtschaftliche Geräte, die in der Tenne gelagert waren, wurden ein Raub der Flammen. Es bestand massive Einsturzgefahr. Die Löschmannschaften durften nicht mehr zu nahe an das Brandobjekt heran. Wie wichtig diese Sicherheitsmaßnahme war bestätigte sich wenig später, als der gesamte Tennenbereich in sich zusammenstürzte. Dabei kam niemand zu Schaden.

 

Geleitet wurde der Einsatz von Martin Hofbauer, 2. Kommandant der Feuerwehr Nußdorf, unterstützt von Kreisbrandrat Hans Gnadl, Kreisbrandinspektor Manfred Unterstein, Kreisbrandmeister Heinz Handrick sowie Christof Grundner, dem Fachkreisbrandmeister für Atemschutz. Die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) stellte die Kommunikationswege sicher und dokumentierte den Großeinsatz.

 

Während die meisten Löschmannschaften gegen Mittag Uhr wieder abrücken konnten, bleiben die Ortsfeuerwehr Nußdorf sowie die Wehr aus Wolkersdorf als Brandwache und für Nachlöscharbeiten während der Abräumarbeiten vor Ort. Bis zum späten Abend wurde der Brandschutt entfernt. Zwei Bagger und ein Autokran wurde dafür eingesetzt. Ebenso standen Landwirte aus dem Gemeindegebiet mit ihren Gerätschaften - Traktoren und Kipper - zur Verfügung und halfen beim Abtransport der verbrannten Erntevorräte. Die zerstörten Überreste der landwirtschaftlichen Geräte wurden zur Verschrottung aussortiert. Zum Ausleuchten der Brandstelle wurde das Technische Hilfswerk (THW) Traunstein angefordert. Die Helfer stellten Leuchtballone auf, so dass bis weit in den Abend hinein gearbeitet werden konnte. Nach Ende der Aufräumungsarbeiten wurde das Vieh wieder in die größtenteils unbeschädigten Stallungen gebracht.     

 

Neben den 140 Floriansjüngern waren 20 Helfer des Bayerischen Roten Kreuzes und der Malteser im Einsatz, darunter die Besatzungen zweier Rettungswagen des BRK, ein Notarzt, ebenso die Schnell-Einsatz-Gruppe Transport „Mitte“ des BRK und der Organisatorische Einsatzleiter Rettungsdienst. Die Schnell-Einsatz-Gruppe Betreuung des Malteser Hilfsdienst sorgte mit heißen Getränken und warmen Brotzeiten für die Einsatzkräfte, die bei minus fünf Grad frostigen Temperaturen ausgesetzt waren.


Die Kreisstraße TS 46 war von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr komplett gesperrt. Polizei und Feuerwehren sorgten für die Verkehrslenkung.
Die Ursache des Feuers ist noch unklar. Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen aufgenommen. Der entstandene Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf rund 800.000 Euro.


Text: Peter Volk         
Bilder: © Peter Volk

 

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