Kleines Loch in Peroxid-Kanister führt zu Großeinsatz 
Eine Person leicht verletzt - 22 Menschen aus Lagerhalle evakuiert 

Einsatz am 4. November 2009


Nußdorf. Ein kleines Loch in einem 25-Liter-Kanister mit flüssigem organischem Peroxid hat am Mittwochmorgen (4.11.09) zu einem Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst geführt. Der Kanister war auf einer Palette zusammen mit zehn weiteren Behältnissen gleichen Inhalts in der Lagerhalle einer Spedition im Gewerbegebiet Aiging gelagert und aus noch unbekannten Gründen beschädigt worden. Eine kleine Menge des Gefahrstoffes namens Luperox P lief aus. Drei Mitarbeiter der Spedition kamen bei Arbeiten in der Lagerhalle in die unmittelbare Nähe des Kanisters. Dadurch wurde ein 39-jähriger Mann leicht verletzt. Er zog sich Reizungen der Atemwege zu und wurde in das Krankenhaus Trostberg gebracht.

Gegen 8.30 Uhr wurden die Feuerwehren Nußdorf und Traunstein mit dem Einsatzstichwort „Gefahrgut-Austritt“ alarmiert und in das Gewerbegebiet nach Aiging beordert, ebenso wie Rettungsdienst und Notarzt. Hinzugezogen wurde auch ein Fachberater der Werkfeuerwehr Wacker aus Burghausen von der TUIS (Transport-Unfall- Informations-System vom Verband der chemischen Industrie).

Als Erstmaßnahme wurden alle 22 Mitarbeiter der Spedition aus dem Gebäude evakuiert. Der Bereich um die Lagerhalle, in der sich der gefährliche Stoff befand, wurde weiträumig abgesperrt. Dies deshalb, weil das organische Peroxid Reizungen der Haut, der Augen sowie der Atemwege verursachen kann und unter Umständen explosionsgefährlich ist. Mit Atemschutzgeräten ausgerüstete Feuerwehrler bargen den beschädigten, sowie zwei weitere Kanister und verschlossen selbige in einem bereitgestellten Spezialbehälter. Ebenso wurden alle weiteren Gegenstände, die mit dem chemischen Stoff in Berührung kamen zur fachgerechten Entsorgung in einen Überbehälter gepackt.
Während der Bergung des Gefahrgutes kümmerten sich die Mitarbeiter des BRK-Rettungsdienstes, ein Notarzt sowie die Sanitätseinsatzleitung mit Leitendem Notarzt und Einsatzleiter Rettungsdienst um die betroffenen Personen. In einem, von der Lagerhalle abgetrennten Gebäudeteil der Spedition wurde sie ärztlich untersucht. Mit Ausnahme eines Mannes blieben alle unverletzt. Der Verletzte wurde mit einem Krankenwagen zur stationären Beobachtung in die Kreisklinik nach Trostberg gebracht.

Nach Abschluss der Bergungsarbeiten wurde die Lagerhalle belüftet. Danach konnte das gesamte Areal wieder freigegeben werden. Das Gefahrgut selbst wurde von der Werkfeuerwehr Wacker zur fachgerechten Entsorgung abtransportiert. Nach zweieinhalbstündigem Einsatz, gegen 11 Uhr konnten die Feuerwehren, die mit 55 Mann im Einsatz waren, wieder abrücken. pv.

 

Text und Fotos: Peter Volk