Wohn- und Geschäftshaus bei Großbrand zerstört

Großbrand in Traunstein-Empfing - drei Leichtverletzte - hoher Sachschaden
Einsatz am 17. April 2012

Traunstein. Drei Leichtverletzte und Sachschaden von mehreren 100.000 Euro sind die Bilanz eines Großbrandes am Dienstag am späten Nachmittag eines Wohn- und Geschäftshauses in Empfing. Mehr als 200 Feuerwehrleute kämpften gegen das Feuer, konnten aber nicht verhindern, dass das Dach- und Obergeschoss ausbrannten und vollständig zerstört wurden. Auch das Erdgeschoss wurde in Mitleidenschaft gezogen. Vor einem Übergreifen der Flammen erfolgreich abschirmen konnte die Floriansjünger das angebaute Nachbargebäude, das vor fast genau sechs Jahren bei einem Großbrand stark beschädigt und anschließend wieder aufgebaut wurde.

 

Kurz vor 17 Uhr wurde nach Eingang eines Notrufs bei der Integrierten Leitstelle Traunstein Alarm für die Feuerwehr Traunstein ausgelöst. Manfred Dandl, 1. Kommandant der Feuerwehr Traunstein war nach wenigen Minuten am Brandort. Aufgrund des starken Brandrauches, der unter dem Dach hervorquoll, forderte er weitere Feuerwehren zur Unterstützung an. Daraufhin wurden alle Feuerwehren der Stadt Traunstein - Wolkersdorf, Kammer, Haslach und Hochberg alarmiert. Etwas später wurden auch die Wehren Traunreut, Nußdorf, Surberg, Erlstätt und Vachendorf nachalarmiert, vor allem um Atemschutzträger zur Verfügung zu haben, die wegen der starken Rauchentwicklung und für einen effektiven Innenangriff in dem verrauchten Gebäude dringend gebraucht wurden. Um festzustellen, ob es aufgrund des extremen Brandrauches zu Schadstoffen in der Luft kommt, wurde der Messzug der Feuerwehr Trostberg angefordert. Auch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) und Mitarbeiter des Landratsamtes Traunstein vom Sachgebiet Brand- und Katastrophenschutz wurden zur Brandstelle beordert, ebenso Helfer des Technischen Hilfswerks (THW).

 

Alle im Gebäude gemeldeten Bewohner konnten das brennende Gebäude selbständig und rechtzeitig verlassen. Dennoch erlitten drei Bewohner eine leichte Rauchgasvergiftung. Sie wurden vor Ort zunächst von der Besatzung des Rettungshubschraubers Christoph 14 versorgt. Diese war auf Rückflug von einem Einsatz zum Klinikum Traunstein, entdeckte das Feuer aus der Luft, landete sofort in Empfing und kümmerte sich um die Erstversorgung der Bewohner, bis weitere Rettungswagen des Roten Kreuzes und ein Notarzt eintrafen. Alarmiert wurde zusätzlich die Schnelleinsatzgruppe „Behandlung“ des BRK.

Die Floriansjünger versuchten zunächst dem Feuer im Innenangriff mit Atemschutzträgern Herr zu werden, was jedoch aufgrund starker Hitze nicht möglich war. Auch drohte die Gefahr, dass sich die Rauchgase im betroffenen Gebäude entzünden und die Flammen sich explosionsartig ausbreiten. Zu diesem „Durchzünden“ kam es dann tatsächlich, nach rund einstündigem Einsatz der Feuerwehr. Glücklicherweise kam dabei niemand zu Schaden. Die Scheiben im Obergeschoss zerbrachen und Flammen loderten aus den Fenstern. Die Feuerwehr postierte daraufhin weitere Löschtrupps und Drehleitern rund um das brennende Gebäude und versuchte den Brand unter Kontrolle zu bringen. Das undurchdringliche Blechdach machte es den Feuerwehrlern äußerst schwer den Brand zu löschen. So konnte sich das Feuer großflächig und auf voller Gebäudelänge ausweiten. Die Feuerwehren setzten daraufhin sogenannte Löschlanzen ein, die durch das Dach ins Innere gestoßen werden. Aus den Spitzen der Lanzen wird Wasser die Flammen gesprüht. Dies brachte gegen 21.30 Uhr, nach mehr als vierstündigem Löscheinsatz, den erwarteten Erfolg und die Einsatzleitung meldete „Feuer aus.“

 

Eine mächtige Rauchsäule stieg in den Himmel auf und zeitweise wurden die Wohnhäuser am Breslauer Ring sowie die Geschäfte im Gewerbepark Kaserne in dicke Rauchschwaden gehüllt. Mit Lautsprecherdurchsagen und über Rundfunk wurden die Anwohner gebeten Fenster und Türen geschlossen zu halten. An mehreren Messpunkten, bis hin zum Haupteingang des Klinikums wurde getestet, ob sich Schadstoffe in der Luft befinden. Die Messungen verliefen größtenteils negativ, nur in der Anfangsphase des Großbrandes wurde eine erhöhte Kohlenstoffmonoxidkonzentration registriert. Gefahren für die Bevölkerung bestanden jedoch nicht. Die Löscharbeiten zogen sich bis nach Mitternacht hin. Nachdem das Blechdach entfernt worden war, unter dessen Schutz das Feuer wütete, waren umfangreiche Nachlöscharbeiten notwendig, um alle Glutnester zu  beseitigen und ein erneutes Aufflammen zu verhindern.   

 

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei brach das Feuer im ersten Stock in Lager-und Büroräumen aus. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Während der Lösch- und Aufräumungsarbeiten war die Straße nach Empfing und damit die Verbindung von der Wasserburger Straße zur Kreisstraße TS 1 nach Kammer für mehr als drei Stunden gesperrt. Auch auf der Wasserburger Straße
(B 304) kam es während des abendlichen Berufsverkehrs zu erheblichen Behinderungen.

Text: Peter Volk          Bilder: © Peter Volk